Projektprofil
Ziel des Projektes "Transparenz in der Fleischwirtschaft" ist es, eine stufenübergreifende eBusiness-Lösung für die gesamte Lieferkette „Schwein“ vom Futtermittelhersteller bis zur Verkaufsstelle sicherzustellen. Im Bedarfsfall soll ein effizienter Datenaustausch zwischen Behörden und Wirtschaft möglich sein, daher ist eine enge und offene Zusammenarbeit in der gesamten Kette notwendig.
- Steigerung der eBusiness-Kompetenz: Ein bedeutender Punkt ist eine zentrale oder vernetzte dezentrale Datenbank, über welche Informationen in kürzester Zeit abrufbar sind.
- Erhöhung der Informationsbereitschaft: Es soll die Bereitschaft, notwendige Informationen für eine transparente Warenversorgung offenzulegen, über die gesamte Kette vorangetrieben werden.
- Verbesserung von Betriebsbedingungen (Zuverlässigkeit, Servicegrad, Bearbeitungszeiten): Durch das Projekt soll die Zufriedenheit des Endverbrauchers erhöht werden, indem ihm Informationen über Schweinefleisch schneller zur Verfügung gestellt werden können.
- Das Vertrauen in die ZNVG eG als flexibler und kompetenter Handelspartner des Markenfleischprogrammes soll gefestigt werden.
Dieses Praxisprojekt dient einer exemplarischen Umsetzung effizienter Rückverfolgarkeit für die gesamte Fleischbranche. Es sollen an allen Schnittstellen im System offene Identifikations- und Kommunikationsstandards mit weltweiter Anerkennung (GS1 Standards) eingesetzt werden.
Es verfolgt Ziele, welche über rechtlichen Vorgaben hinausgehen. Es sollen alle für die stufenlose Rückverfolgbarkeit relevanten Informationen, vom Futtermittel bis zum fertigen Produkt, in einer zentralen Datenbank abgespeichert werden. Diese Datenbank soll gewährleisten, dass z.B. sowohl stille als auch öffentliche Rückrufe effizient und zeitnah erfolgen können. Es müssen dort mindestens Informationen über den Abnehmer bzw. den Lieferanten (inkl. Name, Sitz, Veterinärkontrollnummer usw.), die Partie (Chargennummer, EAN-Code usw.) und die Menge vermerkt sein. Weitere Informationen über z.B. das MHD können optional in der Datenbank dokumentiert werden.
Die Übermittlung dieser Daten soll im Rahmen des Projektes von einem bis dahin durch bilaterale Vereinbarungen entstandenen Format in eine elektronische Liefermeldung (DESADV) auf Basis des international geltenden Standards EANCOM 2002 überführt werden. Die parallel erstellte EDI Dokumentation für die Liefermeldung (DESADV) ermöglicht es, dass nicht nur alle gesetzlichen Forderungen bezüglich der Rückverfolgbarkeit erfüllt sondern auch bilateral vereinbarte Liefer- und Empfangsdaten und auch Qualitätsdaten zu Schweinefleisch in standardisierter und strukturierter Form ausgetauscht werden können. Dazu wird für jede Schweinelieferung nun eine NVE vergeben, welche in der DESADV u. a. um die ILN der Landwirte, die Anzahl der zu erwartenden Schweine je Landwirt etc. im Standardformat ergänzt und an den Schlachthof übermittelt wird.
In diesem Projekt werden Daten zu Schweinefleisch von der EDEKA Nord in Zusammenarbeit mit der Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh e. G. (ZNVG), der Rüdiger Thomsen Großschlachterei und der Mitteldeutschen Agentur für Informationsservice GmbH (mais) zur Verfügung gestellt.
Durch die Ergebnisse des Pilotprojektes sollen Standards geschaffen werden, welche es erlauben, als Vision zukünftig alle Rückverfolgbarkeitssysteme mit einer einheitlichen Schnittstelle für Suchabfragen zu versehen.
Einsparungen sind in diesem Projekt nicht im Fokus, da die qualitativen Gesichtspunkte im Vordergrund stehen. Transparente Prozesse können jedoch die anfallende Kosten für einen Warenrückruf minimieren, indem die betroffenen Produkte zügig aufgefunden werden können. Ein schnelles und effizientes Reagieren kann so im Vorfelde wirtschaftlichen Schaden abwenden.
Das Projekt startete im November 2006 und wurde im November 2007 abgeschlossen.