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PRAXIS

Praxisberichte

RFID/EPC-Einsatz auf Frischekisten

Krause Meat International Food Production GmbH

Lüneburg, Niedersachsen
Branche: Food
40 Mitarbeiter
Jahresumsatz: EUR 18 Mio.

Bernd Kasprack, Betriebsleiter:

"Ich war überrascht, wie technisch ausgereift und einsetzbar die RFID-Technologie heute schon ist. Nach Installation des Lesetores wurden automatisch Daten erhoben, ohne dass unsere Mitarbeiter ihre Arbeitsschritte verändern mussten. Die höhere Transparenz in der Lieferkette konnte ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand erzielt werden.“ Bernd Kasprack, Krause Meat"

Partnerunternehmen:

REWE Group

Ausgangslage

Bestellt ein REWE-Markt heute SB-Fleisch oder Wurstwaren, so wird die Bestellung abhängig vom Sortiment und der Vertriebslinie entweder an eine der REWE-Niederlassungen und/oder zum Frischwarelieferanten gesendet. In den Niederlassungen wird die bestellte Ware kommissioniert und in Transportbehältern ausgeliefert. W. Brandenburg und Krause Meat produzieren auf Grund der eingegangenen Bestellungen und liefern die Ware ebenfalls in Transportbehältern entweder an die Niederlassung oder an die Märkte direkt.

Neben Rollcontainern, Thermobehältern und Kartonagen kommen überwiegend Fleischkisten im E2-Format zum Einsatz. Als Tauschgut, zum Beispiel bei Wareneingängen in den Lägern oder den Märkten, werden sie möglichst in gleicher Anzahl wieder zurückgegeben. Alternativ lassen sie sich kurzfristig lagern und gehen anschließend im Rahmen der rückwärtigen Logistik retour. Dabei gleicht ein Bestandsmanagement Differenzen aus bzw. regelt den Kauf der Behälter.

Grundsätzlich sind bei der Integration von RFID in bestehende Prozesse die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Bei Fleisch- und Wurstprodukten etwa fordert der Gesetzgeber die genaue Dokumentation von Lieferweg und Standort. Weitere Hygienebestimmungen gelten für den Umgang mit den Ladungsträgern.

Die Transparenz über Standort und Status des Transportbehälters ist bisher nicht gegeben. Die Bestandsführung der Transportbehälter erfolgt warenwirtschaftlich nur teilweise systemgeschützt, die Rückverfolgung und Qualitätssicherung erfolgt komplett systemgestützt.

Zielsetzung

Das Projekt soll feststellen, ob sich die oben genannten Punkte mit RFID optimieren lassen. Dazu wird die RFID Technik entlang der gesamten Lieferkette von SB-Fleisch und Wurstwaren von der Produktion der Firmen Brandenburg und Krause-Meat über die Niederlassung bis hin zum Markt inkl. Behältermanagements getestet. Für die Identifikation der Transportbehälter kommt der Standard EPC (Electronic Product Code) zum Einsatz.

Um Optimierungspotentiale der RFID-Technologie heben zu können, muss die Technologie im jeweiligen Umfeld einwandfrei funktionieren. Da frische Waren wie Fleisch, aber auch Obst oder Gemüse, einen hohen Wasseranteil haben, sich Wasser aber negativ auf die Lesequoten auswirken kann, lag der Fokus dieses Projektes zunächst auf der Feststellung der technischen Machbarkeit. Anschließend wurden Prozessoptimierungspotentiale entlang der Wertschöpfungskette identifiziert.

Den Kern der Untersuchung bildete das RFID-Pilotprojekt. Hierzu wurde auf den verschiedenen Stufen der Lieferkette RFID Komponenten installiert und über 15.000 Fleischkisten mit RFID Transpondern ausgestattet und in einen definierten Umlauf gebracht. Die Transponder wurden hierzu entweder in den Kistenboden integriert oder per Smart-Label auf die Kisten aufgeklebt.

Entlang der Lieferkette wurden im REWE-Zentrallager und in den Einzelhandelsmärkten sowohl der Wareneineingang (WE) als auch der Warenausgang (WA) automatisiert. Während im Zentrallager stationäre RFID-Lesetore zum Einsatz kamen, wurden in den Märkten sowohl Lesetore als auch mobile RFID-Reader getestet. Auf Seiten der Lieferanten wurde nur der Warenausgang betrachtet, bei dem stationäre Lesetore verwendet wurden. Das Tracking und Tracing des Kistenumlaufs wurde mit den EPCglobal Standard GRAI und dem EPCIS Datenmodell ermöglicht.

Krause Meat Zielsetzung